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REBIRTH active school – Teilstudie zu den Vorstellungen und Einstellungen von Lehrenden und Schulleitungen

Ausgangslage

Die meisten Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen bewegen sich im Alltag zu wenig. Die WHO (2010) empfiehlt, dass sich Kinder und Jugendliche täglich mindestens 60 Minuten mit mäßiger bis anstrengender Intensität bewegen sollten. Während im Vorschulalter noch etwa 50 % der Kinder diese Empfehlungen erfüllen, sind es bei Jugendlichen nur noch etwa 10 % (Robert Koch-Institut 2014). Langfristig betrachtet nimmt der tägliche Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen von Jahr zu Jahr immer weiter zu (Robert Koch-Institut 2014). Als eine Ursache dafür gilt, dass viele Menschen die gesundheitlichen Folgen von alltäglichen Verhaltensweisen nicht einschätzen können. Insbesondere bei Kindern sind diese Folgen auf die körperliche Entwicklung weitreichend und beeinflussen auch spätere Lebensphasen.

Die Gründung einer „Allianz für Gesundheitskompetenz“ in Deutschland im Juni 2017 zeigt, dass erkannt wurde, wie wichtig zeitnahe Maßnahmen zur Förderung gesunder Lebensweisen sind. An der Entwicklung und Umsetzung von Konzepten sollen sich neben Institutionen der Gesundheitspolitik und des Gesundheitswesens auch Bildungseinrichtungen beteiligen. Im Vordergrund stehen Maßnahmen zur gesellschaftlichen Gesundheitsbildung.

Die Studie „REBIRTH active school“

In einer früheren Studie konnte nachgewiesen werden, dass tägliche Bewegungsprogramme positive Effekte auf verschiedene körperliche Parameter von männlichen Erwachsenen hatten. Hierbei zeigte sich insbesondere ein positiver Einfluss auf die zelluläre Regenerationsfähigkeit: Die Telomere der weißen Blutzellen verlängerten sich um 6 % im Verlauf eines halben Jahres (Melk et al. 2014).

Das Ziel der Studie „REBIRTH active school“ ist die Untersuchung der körperlichen und gesundheitlichen Wirkungen eines an den Empfehlungen der WHO (2010) ausgerichteten Bewegungsprogramms. Untersucht werden in einem Vergleichsgruppendesign sportmedizinisch messbare Effekte des Bewegungsprogramms bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.

Das Bewegungsprogramm im Rahmen der Studie „REBIRTH active school“

(Bildquelle: MHH/Kaiser)

Im Rahmen der Studie werden Bewegungseinheiten in Pausen und im Unterricht durchgeführt. Diese sollen insgesamt mindestens 60 Minuten pro Tag betragen (WHO 2010). Gezielt angesprochen wird neben den motorischen Fähigkeiten (Kraft, Ausdauer, Koordination) auch die Entspannung. Die Übungen werden von den Schülerinnen und Schülern und Lehrerinnen und Lehrern gemeinsam ausgeführt. Seit Juni 2017 wird das Bewegungsprogramm über zwei Jahre an Grund- und Gesamtschulen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen durchgeführt.

Begleitstudie zu „REBIRTH active school“ – Vorstellungen und Einstellungen von Lehrenden und Schulleitunge

Der Forschungsschwerpunkt der Biologiedidaktik sind die Vorstellungen und Einstellungen der beteiligten Lehrerinnen und Lehrer zum Bewegungsprogramm der Studie „REBIRTH active school“ und zu Konzepten von bewegter Schule. Die Vorstellungen und Einstellungen der Lehrerinnen und Lehrer werden im Rahmen einer Interviewstudie mit Befragungen zu verschiedenen Zeitpunkten erhoben, so dass Veränderungen im Studienverlauf erkennbar werden. Neben den allgemeinen Einstellungen werden konkrete Unterstützungsmöglichkeiten erfragt und die im Rahmen der Studie angebotene Unterstützung in Fortbildungen und bei der Unterrichtsgestaltung evaluiert.

Zusätzlich werden Schulleitungen interviewt, um deren Vorstellungen und Einstellungen sowie relevante Einflussfaktoren für eine nachhaltige Implementation des Bewegungsprogramms an den Schulen zu erheben.

Auf dieser Basis kann einerseits das Vorgehen bei der Etablierung des Bewegungsprogramms der Studie „REBIRTH active school“ weiterentwickelt werden. Darüber hinaus bietet diese Begleitforschung eine Grundlage für die Einführung und nachhaltige Implementierung von Konzepten bewegter Schule. Dann können Schulen dazu beitragen, dass mehr Menschen gesundheitsfördernde Aktivitäten im Alltag durchführen. Auf lange Sicht können Verhaltensweisen gelernt werden, die zur Krankheitsprävention beitragen.