Feministische Wohlstandsalternativen im Geographieunterricht im Kontext von Postwachstum und einer Bildung für nachhaltige Entwicklung
| Leitung: | Prof. Dr. Christiane Meyer |
| E-Mail: | brede@idn.uni-hannover.de |
| Team: | Lara Brede |
| Jahr: | 2022 |
| Laufzeit: | Seit 2022 |
Unter dem Konzept Postwachstum werden verschiedene Stränge der Gesellschafts- und Wachstumskritik zusammengedacht und Ansätze zusammengefasst, die für ein Loslösen vom Wirtschaftswachstum als Paradigma stehen und eine Neuorientierung von ökonomischen, politischen und sozialen Institutionen fordern (Brede et al. 2025a/b). Dafür bedarf es Wohlstandsalternativen. Zu diesen zählt eine kritische Auseinandersetzung mit Sorgearbeit, d.h. bezahlte und unbezahlte Praktiken der Fürsorge, wie Kinderbetreuung, Altenpflege, Nachbarschaftshilfe und Hausarbeit. Sie wird deutlich häufiger von Frauen verrichtet (Gender Care Gap). Obwohl sie die Basis für die Aufrechterhaltung unserer Gesellschaft darstellt, wird sie im wachstumsorientierten, kapitalistischen Gesellschaftssystem immer weiter kommodifiziert und individualisiert. Aufgrund ihrer zentralen Rolle innerhalb unserer Gesellschaft ist vor allem ein wohlstandsalternatives Verständnis von Sorgearbeit essentiell. In der Raumplanung bietet das Konzept der Sorgenden Stadt (u.a. in Barcelona) einen praktischen Ansatz, um Care-Arbeit sichtbar zu machen, in politisches Handeln zu überführen und in die Stadtplanung zu integrieren. Vor diesem Hintergrund ist das Ziel des Forschungsvorhabens, die Perspektive von Jugendlichen auf diese Thematik im Kontext einer kritisch-emanzipatorischen BNE zu untersuchen. Im Rahmen einer von der Forschenden geplanten und durchgeführten Unterrichtseinheit zu „Sorgearbeit und Praktiken der Fürsorge am Beispiel der Sorgenden Stadt im Kontext einer nachhaltigen Raumnutzung und Raumentwicklung“ im 11. Jahrgang an fünf weiterführenden Schulen in Niedersachsen wurden von November 2025 bis Januar 2026 die Vor- und Einstellungen von Jugendlichen vor und nach der Unterrichtseinheit bzw. Intervention quantitativ erhoben. Die Pre-Post-Fragebogenerhebung fokussiert auf folgende Aspekte: Bedeutung sowie soziale und ökologische Aspekte von Wirtschaftswachstum und Wohlstand, Geschlechtergerechtigkeit, Bedeutung und Verteilung von Sorgearbeit.
Aus den Ergebnissen und Erkenntnissen werden Implikationen zur Behandlung der Thematik im Geographieunterricht abgeleitet.
Veröffentlichungen zum Projekt
DOI: https://doi.org/10.1007/978-3-031-96551-7_2
DOI: https://doi.org/10.1007/978-3-031-81268-2_7