ForschungForschungsprojekte
Low-Emission-Schools in Norddeutschland (LESSCO2)

Low-Emission-Schools in Norddeutschland (LESSCO2)

Led by:  Prof. Dr. Christiane Meyer
E-Mail:  rakotoarisoa@idn.uni-hannover.de
Team:  Dr. Tsiry Rakotoarisoa
Year:  2021
Date:  10-05-22
Funding:  Nationale Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz
Duration:  2021-2024

Ein zentrales Ziel des Projekts „Low-Emission-Schools in Norddeutschland (LESSCO2)“ ist die Umsetzung von Projektwochen an Schulen, in denen wesentliche BNE-Inhalte fokussiert werden, die dazu beitragen können, die CO2-Emissionen an der Schule zu reduzieren. Die von den Lernenden entwickelten Ideen sollen kommunalen Entscheidungsträger*innen präsentiert werden, um dadurch Unterstützung zur Umsetzung dieser zu bekommen und die Schule im Sinne eines Whole School Approach nachhaltig zu verändern.

Ein weiteres zentrales Ziel des Projekts ist die Entwicklung, Erprobung, Evaluation und Optimierung von Ausbildungsmodulen als Blended Learning für insgesamt 240 Lehramtsstudierende an der LUH, im Zuge dessen diese befähigt werden, 120 Projektwochen an 120 Schulen in Niedersachsen durchzuführen. 

Die Projektwochen und das Blended Learning werden forschend begleitet, um u.a. die Wirkung im Kontext von Bildung für nachhaltige Entwicklung zu erfassen. Eine Verstetigung der Projektwochen in der universitären Ausbildung wird angestrebt.

 

Projektbeschreibung

Wissen allein führt nicht zum Handeln. Die Überbrückung der Diskrepanz zwischen Nachhaltigkeitswissen und -handeln ist daher aktuell eine der zentralen Herausforderungen in der Nachhaltigkeitsforschung. 

Eine Lösung des Problems besteht darin, mehr an emotionale Motive wie Gruppenzugehörigkeitsgefühl und Erfolgserlebnisse seitens der Schüler*innen anzuknüpfen. Dafür sind die Entwicklung von neuen Wertorientierungen, eigenen Innovationen und Visionen sowie Belohnungsstrukturen wichtig. Das LESSCO2-Projekt setzt den Fokus auf BNE-Kompetenzen wie eine langfristige Selbstmotivation und Motivation des Umfeldes, Kooperation mit innerschulischen und außerschulischen Akteuren (Expert*innen verschiedenen Nachhaltigkeitsbereichen, kommunalen Entscheidungsträger*innen, regionalen Netzwerken) sowie selbstkritische Auseinandersetzung mit der eigenen Einstellung und Haltung sowie deren Änderung. Theoretische Orientierungen für das Projekt sind der Whole School Approach sowie Transformative Literacy. Letztere zielt auf die Bewältigung von Komplexitäten (hier: iMODELER zum Aufbau von Systemwissen), eine Visionsentwicklung (hier: Ideenentwicklung als Zielwissen) sowie die Umsetzung von konkreten Handlungsoptionen (hier: Umsetzung ausgewählter Ideen als Transformationswissen).  

In der ersten Phase des Projekts werden Ausbildungsmodule (Vor- und Nachbereitung sowie Durchführung einer Projektwoche) für Lehramtsstudierende als Blended Learning konzipiert. Die Module sind eine Kombination aus Präsenzveranstaltungen und E-Learning. Im Laufe des Projektes werden die Module regelmäßig durch Feedbackrunden mit den Studierenden evaluiert und optimiert. 

Ablauf einer Projektwoche, für die ausgebildet wird: Jede Projektwoche in der Schule fängt i.d.R. an einem Montag mit einer kurzen Vorstellung des Projekts und Impulsen zu Nachhaltigkeit(sthemen) an. Die zu bearbeitenden Themen (u.a. nachhaltige Ernährung und Lebensmittelverschwendung, Abfallvermeidung bzw. -trennung, Reduktion der Ressourcenverbräuche, Mobilitätskonzepte) sowie die Gruppeneinteilung der Schüler*innen werden im Voraus mit der Schulleitung und den zuständigen Lehrer*innen abgestimmt. Eine Gruppe besteht aus 4 bis 6 Schüler*innen. Die Studierenden arbeiten in 2er-Teams und betreuen eine Klasse mit ca. 25 Schüler*innen. Am Dienstag erfolgt eine Einführung zur Anwendung des Programms iMODELER zur Modellierung von Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen (Vernetztes Denken) und die konkrete Erschließung der Themen vonseiten der Gruppen. Am Mittwoch findet ein Interview-Treffen mit eingeladenen außerschulischen Akteuren (Entscheider*innen und Expert*innen) aus der Region statt, um den Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, ihre bisher erarbeiteten Ideen vorzustellen und offene Fragen zu klären. Beendet wird die Projektwoche am fünften Tag durch eine öffentliche Präsentation und Diskussion der Ergebnisse, auf die sich die Schüler*innen am vierten Tag intensiv vorbereiten.