Videovignetten – Biologie lernen und lehren an Fällen

Die Fallsammlung der Biologiedidaktik Hannover umfasst fünf- bis achtminütige Videovignetten zu verschiedenen biologischen Phänomenen. Sie zeigen Ausschnitte aus Einzelinterviews mit Lernenden, die sich mit dem jeweiligen Phänomen auseinandersetzen. Die Ausschnitte wurden so ausgewählt, dass sie Äußerungen der Lernenden zusammenstellen, die nach den Ergebnissen der Schülervorstellungsforschung als typische Vorstellungen interpretiert werden können. In diesem Sinn stellen die Videovignetten Fälle dar.

Die Videovignetten können von Personen, die in der Lehrerbildung und didaktischen Forschung tätig sind, angefordert und eingesetzt werden.

FALLSAMMLUNG

  • Videovignette 1 – Blut und Blutkreislauf

    Informationen zur Interviewpartnerin

    • Jahrgangsstufe: Klasse 11
    • Alter: 16 Jahre
    • Zeitpunkt der Studie: Das Thema wurde im Unterricht bereits behandelt.
    • Dauer der Videovignette: 4:36 Minuten
    • Phänomen: Sichtbare Adern (Einzeichnen in Körperumriss)

    Typische Konzepte und Metaphern

    1. Vorstellungen zur Struktur und Funktion des Blutkreislaufs
      1. Blut läuft vom Herz durch den ganzen Körper (Zentrum-Peripherie-Schema)
      2. Blut läuft vom Herz auf mehreren Bahnen in alle Richtungen
      3. Blut fließt vom Herz (als Zentrum) zu den Organen und zurück (hin und her) (Zentrum-Peripherie-Schema)
      4. Das Herz pumpt (und bewegt Blut)
      5. Der Blutfluss gleicht Sauerstoffmangel und -überschuss aus

    2. Vorstellungen zur Struktur und Funktion des Blutes
      1. Ein rotes Blutkörperchen wandert durch den Körper (Personenschema)
      2. Sauerstoffmoleküle setzen sich an rote Blutkörperchen
      3. Das Sauerstoffmolekül wird abgesetzt, wo es gebraucht wird
      4. Blut erneuert sich selbst durch Sauerstoffaufnahme und Kohlenstoffdioxidabgabe
      5. Blut versorgt bestmöglich den Körper mit gutem Sauerstoff (Personenschema, Gut-Böse-Schema)
      6. Blut gibt schlechtes Kohlenstoffdioxid ab (Gut-Böse-Schema)
  • Videovignette 2 - Ernährung und Gesundheit

    Informationen zur Interviewpartnerin

    • Jahrgangsstufe: Klasse 11
    • Alter: 16 Jahre
    • Zeitpunkt der Studie: Das Thema wurde im Unterricht bereits behandelt.
    • Dauer der Videovignette: 5:51 Minuten
    • Phänomen: Bilder von verschiedenen Lebensmitteln 

    Typische Konzepte und Metaphern

    1. Gesundheitswert von Lebensmitteln und Nährstoffen
      1. Lebensmittel sind gesund, teilweise gesund und ungesund
      2. Nicht dick machende Lebensmittel sind gesund (Gut-Böse-Schema)
      3. Lebensmittel bestehen aus Nährstoffen (Teil-Ganzes-Schema)
      4. Ungesunde Lebensmittel bestehen aus Fett und/oder Zucker (Teil-Ganzes-Schema)

    2. Nährstoffe und ihre Funktionen
      1. Nährstoffe sind Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße
      2. Kohlenhydrate geben Kraft und Energie

    3. Nährstoffbedarf
      1. Ernährung muss verbrauchte Nährstoffe ausgleichen (Gleichgewichts-Schema)
      2. Ausgeglichene Ernährung durch Kombination aller Nährstoffe (Gleichgewichts-Schema)
  • Videovignette 3 - Verderb von Lebensmitteln

    Informationen zur Interviewpartner

    • Jahrgangsstufe: Klasse 11
    • Alter: 16 Jahre
    • Zeitpunkt der Studie: Das Thema wurde im Unterricht bereits behandelt.
    • Dauer der Videovignette: 5:59 Minuten
    • Phänomen: Verschimmeltes Brot

    Typische Konzepte und Metaphern

    1. Vorstellungen zu Schimmel
      1. Schimmel ist Person (Personenschema)
      2. Schimmel als Pflanze (Pflanzenanalogie)

    2. Vorstellungen zu Bakterien
      1. Bakterien sind Personen (Handlungsschema)

    3. Vorstellungen zum Verderb von Lebensmitteln
      1. Reifen führt zum Verderben
      2. Temperatur, Zeit, Feuchtigkeit und Sonneneinstrahlung beeinflussen Verderb
  • Videovignette 4 - Wachstum - Von der Eichel bis zur Eiche

    Informationen zur Interviewpartner

    • Jahrgangsstufe: Klasse 11
    • Alter: 16 Jahre
    • Zeitpunkt der Studie: Das Thema wurde im Unterricht bereits behandelt.
    • Dauer der Videovignette: 6:51 Minuten
    • Phänomen: Eichel und Baumscheibe einer Eiche im Querschnitt

    Typische Konzepte und Metaphern

    1. Bestandteile eines Baumes und deren Funktion
      1. Baum besteht aus Holzfasern (Teil-Ganzes-Schema)
      2. Kleinere Fasernbilden Holzfasern (Teil-Ganzes-Schema)
      3. Holzfasern haben Wände und Membranen (Behälter-Schema)
      4. Kleinste Holzfasern sind Röhrchen (Behälter-Schema)
      5. Röhrchen entsprechen menschlichen Zellen
      6. Röhrchen leiten Wasser

    2. Wachstum
      1. Aus der Eichel (Samen) wächst neuer Baum
      2. Baum entwickelt sich durch Umweltfaktoren (Licht, Wasser, Nährstoffe)
      3. Wachstum durch Nährstoffe
      4. Wachstum durch Fasernproduktion
      5. Wachstum von innen nach außen

    3. Stoffaufnahme und -umwandlung
      1. Wasser oder Sonne wandeln Nährstoffe um
      2. Nährstoffaufnahme durch Wurzel
      3. Röhrchen verteilen Nährstoffe gleichmäßig
      4. Kohlenstoffdioxid wird zu Sauerstoff umgewandelt
      5. Kohlenstoffdioxid-Aufnahme an Ästen und Blättern
      6. Sauerstoff-Produktion für die Menschen
  • Videovignette 5 - Anpassung

    Informationen zur Interviewpartner

    • Jahrgangsstufe: Klasse 11
    • Alter: 17 Jahre
    • Zeitpunkt der Studie: Das Thema wurde im Unterricht bereits behandelt.
    • Dauer der Videovignette: 7:41 Minuten
    • Phänomen: Abbildungen einer Feldhasen- und einer Schneehasenpopulation sowie einer modellierten Population von Vorfahren der Hasen

    Typische Konzepte und Metaphern

    1. Anpassung
      1. Umwelt bewirkt Anpassung
        Anpassungs-Notwendigkeit:
      2. Überleben erfordert gezielte Anpassung
      3. Lebewesen passen sich zielgerichtet an
        Anpassungs-Erkenntnis:
      4. Körper/Organismus bemerkt Umweltveränderung und verändert sich
      5. Körber/Organismus merkt, dass Veränderung notwendig/besser ist
        Genetische Änderung:
      6. Anpassungen entstehen durch Mutationen
      7. Mutationen sind Fehler in der DNA
        Graduelle Anpassung:
      8. Anpassung geschieht über Generationen/lange Zeiträume
      9. Anpassung geschieht nach und nach

    2. Wachstum
      1. Unterschiedliche Umweltbedingungen bewirken Artbildung
      2. Individuen einer Art passen sich gleichartig an (Überleben eiens Typs)
      3. Arten sind durch bestimmte äußere Merkmale/Verhaltensweisen unterscheidbar
Anforderung einer Videovignette

Eine oder mehrere Videovignetten können Sie anfordern, indem Sie eine E-Mail an Frau Dr. Dannemann schreiben. Bitte hängen Sie in der E-Mail das unten stehende Formular an. Geben Sie dort neben Ihren Kontaktdaten auch die Sparte der Lehrerbildung an, in der Sie tätig sind. Bitte beschreiben Sie kurz, wie Sie die Videovignette(n) einsetzen möchten.


Sie erhalten dann eine Zugangsberechtigung, die es Ihnen für 24 Stunden ermöglicht, die entsprechenden Videovignetten herunterzuladen.

KONTAKT

Prof. Dr. Sarah Dannemann
Professorin für Sachunterricht und seine Didaktik (Vertretung)
Adresse
Humboldt-Universität zu Berlin
Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät
Institut für Erziehungswissenschaften
Friedrichstraße 194-199
10117 Berlin
Prof. Dr. Sarah Dannemann
Professorin für Sachunterricht und seine Didaktik (Vertretung)
Adresse
Humboldt-Universität zu Berlin
Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät
Institut für Erziehungswissenschaften
Friedrichstraße 194-199
10117 Berlin