InstitutWeiterbildung für Lehrkräfte
Fortbildungstage Erdkunde

Fortbildungstage für Erdkundelehrkräfte

Seit 2015 werden jährlich große Fortbildungstage für Erdkundelehrkräfte zusammen mit der Abteilung uniplus der Leibniz School of Education organisiert. In diesem Rahmen werden Anregungen zur Thematisierung aktueller Themen und Debatten im Unterricht gegeben. Mit renommierten Referenten und Referentinnen wie Prof. Dr. Klaus Töpfer, Prof. Dr. Mojib Latif oder Luisa Neubauer erfreut sich diese Veranstaltungsreihe großer Resonanz. Finanzielle Förderung kommt von Engagement Global gGmbH mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie der Verlagshäuser Klett und Westermann.

2021: GEOGRAPHY EDUCATION FOR FUTURE - ZUKUNFTSFÄHIGE GEOGRAPHISCHE BILDUNG GESTALTEN

Fortbildungstag für Lehrkräfte am 17.02.2021

Wie kann eine zukunftsfähige geographische Bildung gestaltet werden, die den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht wird? Vor dieser Fragestellung beginnen wir den Fortbildungstag dieses Mal mit einer fachpolitischen Podiumsdiskussion, zu der Sie sich live dazu schalten können. Am Nachmittag stehen wieder verschiedene Workshop-Angebote zur Auswahl. Zwei davon werden als Grundlagen sowie als Vertiefung der Thematik angeboten, um so eine Differenzierung zu ermöglichen.

Anmeldung online über VeDaB Nr. KH.2107.TG1

Die Zugangsdaten für die Online-Veranstaltung erhalten Sie im Vorfeld per Mail.

Eine Programmübersicht können Sie hier herunterladen.

Programm 2021 - Geography Education for Future

2020: SDG EDUCATION – DIE UN-NACHHALTIGKEITSZIELE IM ERDKUNDEUNTERRICHT

Flyer zum Fortbildungstag „SDG Education“

Diese Fortbildung war der Frage gewidmet, wie die Sustainable Development Goals (SDGs) als Herzstück der Agenda2030 der Vereinten Nationen im Unterricht thematisiert werden können. Hauptrednerin Luisa Neubauer (FridaysForFuture) hob dabei die besondere Bedeutung des Schulfachs Geographie für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung hervor.

Programm 2020 SDG Education

"BUSINESS AS USUAL IS NOT AN OPTION!" PRODUKTION UND KONSUM IM KONTEXT EINER BILDUNG FÜR NACHHALTIGEN ENTWICKLUNG (2019)

Flyer zum Fortbildungstag "Produktion und Konsum"

„Was wäre, wenn es kein Wirtschaftswachstum mehr geben würde?“, war eine der Überlegungen, die im Zentrum des Fortbildungstags standen. Prof. Dr. Christian Schulz vom Institut für Geographie und Raumplanung der Universität Luxemburg gab in seinem inspirierenden Vortrag zum Thema Postwachstumsökonomien Antworten auf diese und andere Fragen.

Programm

GLOBAL CHANGE – GEOGRAPHIEN EINER WELT IM WANDEL (2018)

Flyer zum Fortbildungstag "Global Change"

Der Global Wandel als eines der zentralen Charakteristika des 21. Jahrhunderts bildete den thematischen Rahmen dieser Fortbildung, die von Prof. Dr. Klaus Töpfer eingeleitet wurde. In seinem engagierten Vortrag führte er aus, was es heißt, im Anthropozän zu leben und welche Folgen der Globale Wandel bewirken kann.

Programm

TRANSFORMATION VON STADT UND LAND IM KONTEXT EINER NACHHALTIGEN RAUMENTWICKLUNG (2017)

Flyer zum Fortbildungstag "Transformation"

Nachhaltige Raumentwicklung auf lokaler bzw. kommunaler Ebene stand im Zentrum dieses Fortbildungstages. Dabei wurden verschiedene Projekte zur nachhaltigen Entwicklung in städtischen und ländlichen Räumen in Hannover und im Umland auf kleinen Exkursionen besucht und erkundet.

Programm

KLIMAWANDEL ALS GLOBALE UND LOKALE HERAUSFORDERUNG – BEWUSSTSEINSBILDUNG FÜR EINE NACHHALTIGE ENTWICKLUNG (2016)

Flyer zum Fortbildungstag "Klimawandel"

Anschaulich und eindringlich zugleich erklärte Prof. Dr. Mojib Latif die Grundlagen des Klimawandels und die Folgen für die Ozeane. Nach dieser Einstimmung wurde in verschiedenen Workshops diskutiert, wie das Thema Klimawandel adäquat im Geographieunterricht aufgegriffen werden kann.

Programm

  • Eröffnung

    Prof. Dr. Julia Gillen, Leibniz Universität Hannover, Leibniz School of Education

  • Der Orientierungsrahmen Globale Entwicklung

    Jörg-Robert Schreiber, Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg

  • Dem Klimawandel aktiv begegnen – Zur Bedeutung einer gesellschaftlichen Transformation

    Prof. Dr. Christiane Meyer, Leibniz Universität Hannover, Institut für Didaktik der Naturwissenschaften (Didaktik der Geographie)

    Abstract:

    Dem Klimawandel aktiv begegnen – das impliziert verantwortungsbewusstes Handeln und betrifft alle Menschen mit ihren alltäglichen Entscheidungen, sei es privat oder beruflich. Handeln wirkt sich auf den Raum aus, auf unterschiedlichen Maßstabsebenen von lokal bis global. Dies gilt z. B. im Konsumverhalten durch den Kauf von Produkten, die regional oder aber in mehr oder weniger weit entfernten Regionen angebaut und/oder verarbeitet wurden. Wir nutzen täglich und selbstverständlich zur Befriedigung unserer Bedürfnisse für eine unseren Vorstellungen entsprechende Lebensqualität Ressourcen, die nicht nur den Raum verändern, sondern letztlich auch das Klima.

    Der Geographieunterricht hat sich als übergeordnetes Bildungsziel auf die Fahnen geschrieben, zu einem verantwortungsbewussten Handeln im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung beizutragen. Mit Bezug auf die Problematik des Klimawandels ist zudem in diversen geographiedidaktischen Publikationen zu lesen, dass der Unterricht zur Bewusstseinsbildung beitragen müsse. Die Frage dabei ist: Aber wie? Zunächst aber gilt es die unangenehme Frage zu stellen: Sind wir selbst als Lehrkräfte in diesem Sinne schon „bewusstseinsgebildet“? Vor allem aber muss geklärt werden: Welches Wissen brauchen wir als Lehrkräfte, um zu Bewusstseinsbildung beitragen zu können?

    Das Motto der Leibniz Universität Hannover lautet: Mit Wissen Zukunft gestalten. Reines Faktenwissen – so haben zahlreiche Studien belegt, führt nicht automatisch zum Handeln und somit auch nicht zur Zukunftsgestaltung im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung. Die Proble- matik des anthropogen verursachten Treibhauseffektes z. B. anhand von Modellen fachlich bzw. wissenschaftlich zu klären, ist somit nicht hinreichend, um dem Klimawandel wirklich aktiv zu begegnen, denn dieses Wissen kann uns nicht sagen, was wir tun sollen.

    „Wozu Wissenschaft?“ – Diese provokante Frage stellt Wenchao Li, der die Leibniz- Stiftungsprofessur an der Leibniz Universität Hannover innehat. Seine Antworten mit Bezug auf den Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) „im Interesse des Allgemeinwohls und im Interesse der Nachhaltigkeit“ (Li 2012, 41) sind aktueller denn je. Die Leibniz’sche Formel „theoria cum praxi“ beispielsweise würde dann im didaktischen Sinne gedeutet eine Verbindung von abstraktem Wissen mit konkreten Erfahrungen mit sich bringen, und zwar solchen Erfahrungen, die unmittelbar unsere Lebenswelt und unser Konsumverhalten betreffen und mittelbar die damit u.a. in Verbindung stehenden Folgen für Menschen in anderen Regionen. „(D)ie Praxis, die Leibniz meint, ist in erster Linie Handlung und ist eine ethische Praxis“ (Li 2012, 39).

    Diese Vorbemerkungen dienen als Einleitung zur Notwendigkeit einer gesellschaftlichen Transformation, die der Vortrag thematisiert. Dabei werden die oben angesprochenen grundlegenden Aspekte und Fragen vor allem mit Bezug auf tiefenökologische Überlegungen reflektiert. Die Anregungen des Universalgelehrten Leibniz gelten jedoch nach wie vor, insbe- sondere im Hinblick auf die kulturellen Leistungen von Wissenschaft, die in der Schule in Form von Bildung vermittelt wird: „Wissen um Ursachen, Wirkungen, Gesetze, Regeln, Mittel sind so lange noch kein Wissen für die Praxis, so lange nicht ein anderes Wissen dazu kommt, mit dem der Mensch seine Ziele begründet und Zwecke seiner Handlung rechtfertigt, und mit dem er Folgen seines Wissens abschätzt. (...) Es liegt in der Hand des Menschen, eine Welt zu gestalten, in Freiheit, Verantwortung und nach ethischen Prinzipien“ (Li 2012, 39). Das hat viel mit Bewusstsein zu tun, mit bewusstem Sein. Für die Gestaltung der Zukunft brauchen wir daher Quellen, aus denen wir Orientierung für unser Handeln beziehen können, weil Handlungen eines Maßes bedürfen (ebd.). Damit wird zugleich der geographische Blick auf die äußere Welt erweitert um einen Blick nach innen – in die Innenwelt. Und darum soll es in diesem Vortrag insbesondere gehen.

    • Li, Wenchao (2012): Wozu Wissenschaft? (Hefte der Leibniz-Stiftungsprofessur, Bd. 14) Hannover: Wehrhahn Verlag.
  • Keynote: Die Rolle der Ozeane im Klimawandel

    Prof. Dr. Mojib Latif, GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

    Träger des Deutschen Umweltpreises 2015

  • Lunchkino

    Ausschnitte aus dem Film "HOME" von Yann Arthus-Bertrand

    Eine Empfehlung von "Filme für die Erde"

  • Fachsitzung 1: Schülervorstellungen zu Ursachen und Folgen des Klimawandels und darauf aufbauende Unterrichtskonzepte

    Dr. Dirk Felzmann, Herder-Schule Lüneburg

  • Fachsitzung 2: Umgang mit dem Klimawandel: Vorsorge- und Anpassungsstrategien aus Sicht der räumlichen Planung

    Dr. Barbara Warner, Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL) Leibniz-Forum für Raumwissenschaften, Hannover

    Abstract:

    Funktionen, Struktur und Nutzung von Siedlungen, Regionen oder Naturlandschaften sind von Auswirkungen des Klimawandels in unterschiedlicher Weise betroffen. Räumliche Planung als Kommunal-, Regional- und Landesplanung mit ihren unterschiedlichen Akteuren und Interessen sieht sich Herausforderungen gegenüber, die auch aufgrund von Unsicherheiten über konkrete Effekte klimatischer Veränderungen oft schwer fassbar sind.

    Entsprechend schwierig ist eine Vermittlung möglicher Folgewirkungen des Klimawandels. Verständnis und Kenntnis der Ursachen und möglicher Folgen ist jedoch bei allen Akteuren wesentliche Voraussetzung für eine möglichst klimagerechte Entwicklung unseres Lebensumfeldes – ob es das direkte Wohnumfeld, die Stadtregion oder die Einzugsgebiete ganzer Flusssysteme betrifft.

    Es soll deutlich werden, dass Klimaschutz (auch aus planerischer Perspektive) nicht „verordnet“ werden kann, sondern vielmehr im Interesse aller Akteure liegen muss, auch wenn der eigene Einfluss auf räumliche Planung als sehr gering angesehen wird. Das Thema „Klimaschutz“ ist als sog. „Metathema“ geradezu prädestiniert dafür, als „gegeben“ hingenommen zu werden („da kann der Einzelne eh nichts ausrichten“). Es bleibt oft die Hoffnung, politische Entscheidungen würden die Weichen für eine abgestimmte Herangehensweise an den globalen Wandel stellen – aber politische und planerische Entscheidungen bedingen einander.

    In der Session werden zunächst wesentliche Wirkungszusammenhänge zwischen erwartbaren Klimaänderungen und ihre raumbedeutsamen Folgen benannt. Schwerpunkt- Themen werden sowohl die Auswirkungen klimatischer Veränderungen auf Siedlungs- und Landschaftsstrukturen als auch mögliche strategische Ansätze von Städten und Regionen sein, wie bspw. Modellvorhaben der Raumordnung. Außerdem werden Strategien im Rahmen von Schutz- und Anpassungsmaßnahmen in Städten aufgezeigt und diskutiert.

    Im Handlungsfeld „Klimawandel“ ist die räumliche Planung ein wesentlicher Akteur, dessen Ziele und Maßnahmen didaktisch u. U. schwer fassbar und vermittelbar sind. So sollen auch Impulse für eine stärkere Einbeziehung des Themas in den Unterricht gesetzt werden und für die Vermittlung der Ziele und Strategien der Raumplanung geworben werden.

  • Fachsitzung 3: Experimentieren, Veranschaulichen, Modellieren – Klimawandel im Klassenzimmer

    Dr. Yvonne von Roux, Leibniz Universität Hannover, Institut für Didaktik der Naturwissenschaften (Didaktik der Geographie)

  • Fachsitzung 4: „Schöne neue Welt“ – Verantwortungsbewusstes Handeln im Kontext einer Bildung für nachhaltige Entwicklung am Beispiel des Klimawandels

    Andreas Eberth, Leibniz Universität Hannover, Institut für Didaktik der Naturwissenschaften (Didaktik der Geographie); St. Ursula-Schule Hannover

  • Fachsitzung 5: Klima? Gerechtigkeit! Wie Globales Lernen Wandel mit gestaltet

    Dipl.-Sozialpädagogin Marion Rolle, Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen (VEN) e.V.

  • Fachsitzung 6: Unterschiedliche Facetten des Klimawandels: Ideen zum Einsatz ausgewählter „Filme für die Erde“

    Dipl.-Soziologin Christine Höbermann, conneXiones Hannover

  • Keynote: Die Auswirkungen des Klimawandels: Vulnerabilitäten und Risiken skizzieren und kommunizieren

    Prof. Dr. Jörn Birkmann, Universität Stuttgart, Institut für Raumordnung und Entwicklungsplanung  

FASZINATION AFRIKA! SUBSAHARA-AFRIKA ALS RAUMMODUL IM GEOGRAPHIEUNTERRICHT (2015)

Flyer zum Fortbildungstag "Faszination Afrika"

Unter dem Titel "Faszination Afrika" wurde am 18.02.2015 ein "Fachtag Geographie" als Fortbildung für Lehrkräfte an der Leibniz Universität Hannover veranstaltet. Zum Raummodul Subsahara-Afrika gab es unterschiedliche Anregungen für einen modernen und motivierenden Geographieunterricht.

Die Veranstaltung wurde vom Institut für Didaktik der Naturwissenschaften (Didaktik der Geographie) der Leibniz Universität Hannover in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum uniplus der Leibniz School of Education organisiert.

Mit 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, zehn Referentinnen und Referenten und der Präsentation neuer Schulbücher zum Curriculum G9 war die Veranstaltung ein voller Erfolg.

Programm

  • Eröffnung

    Prof. Dr. Julia Gillen, Leibniz Universität Hannover, Leibniz School of Education

  • Afrika südlich der Sahara im Geographieunterricht – Herausforderungen und Potenziale im Rahmen einer Bildung für eine nachhaltige Entwicklung

    Prof. Dr. Christiane Meyer, Leibniz Universität Hannover, Institut für Didaktik der Naturwissenschaften 

    Abstract:

    Geographische Kontexte mit einem räumlichen Fokus auf Afrika südlich der Sahara stellen eine besondere Herausforderung für Lehrkräfte dar, da das vorherrschende Afrikabild auf Seiten der Schülerinnen und Schüler vorwiegend mit negativen Stereotypen besetzt ist. Gleichwohl in den Medien vor allem von Konflikten, Katastrophen oder Krankheiten berichtet wird und die Staaten somit viele Probleme zu bewältigen haben, ist es auch wichtig, auf Potenziale und erfolgreiche Projekte oder Persönlichkeiten aufmerksam zu machen, um ein anderes Bild der Länder und Menschen zu zeichnen. Das „globale Sorgenkind“ (nach Lohnert 2014) muss daher tiefgründiger und weit reichender hinterfragt und vermittelt werden, um zu einem „Ende der Arroganz“ (Danner 2012) beizutragen. Im Vortrag wird daher exemplarisch das Leben und Wirken der aus Kenia stammenden Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai (1940-2011) fokussiert. Mit dem von ihr gegründeten Green Belt Movement soll insbesondere die Bedeutung der kulturellen Dimension von nachhaltiger Entwicklung aufgezeigt werden.

  • Akwaaba - Willkommen in Afrika

    Prof. Dr. Gerald Kuhnt, Leibniz Universität Hannover, Institut für Physische Geographie und Landschaftsökologie

    Abstract:

    In der öffentlichen Wahrnehmung der "westlichen Welt" ist der afrikanische Kontinent vorwiegend negativ belegt: Aids und Ebola, Flüchtlinge und Hungernöte, Korruption und Misswirtschaft, Regenwaldzerstörung und Desertifikation; wir müssen den Eindruck bekommen, dass sich Afrika aus eigenem Unvermögen seine Zukunft verbaut. Unterschlagen wird dabei oft, dass es national wie regional einige gute Ansätze positiver Entwicklungen gibt.

    Gerade die Schule hat beste Möglichkeiten, dem pauschalen und negativ belegten Afrikabild in unserer Gesellschaft mit differenzierter Betrachtungsweise und kritischem Optimismus zu begegnen. Dafür steht "Akwaaba", ein Begriff aus der Ashanti-Sprache, der "Willkommen" bedeutet und ebenso für die Gastfreundschaft wie für den Wunsch vieler Menschen in Subsahara-Afrika steht, mit den Staaten der Weltgemeinschaft in einen intensiven Dialog um faire Entwicklungschancen zu treten.

    zur Person:

    Prof. Dr. Gerald Kuhnt ist geschäftsführender Leiter des Instituts für Physische Geographie und Landschaftsökologie sowie Studiendekan der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Leibniz Universität Hannover. Seine Forschungsinteressen liegen in den Bereichen Ökobilanzen, Umweltmonitoring, Bodenschutz und Ökosystemanalyse. Zahlreiche Exkursionen haben ihn in verschiedene Länder Afrikas geführt.

  • Fachsitzung 1: China in Afrika: Das Joint Venture mit Ruanda

    Prof. Dr. Volker Wilhelmi, Gutenberg-Universität Mainz, Geographisches Institut

    Abstract:

    Entwicklungshilfe oder Joint Venture? Die Antwort ist klar; das jährliche Handelsvolumen zwischen China und Afrika hat sich in den letzten Jahren auf ca. 85 Mrd. Euro verzehnfacht. Am Beispiel Ruandas soll aufgezeigt werden, was passiert, wer Einfluss nimmt und wohin die Entwicklung gehen könnte. Dazu wird ein aktueller Blick auf die rasante Entwicklung Ruandas geworfen, besonders auf den imposanten Ausbau der Infrastruktur, aber auch auf damit verbundene Probleme. Ist die "zweite Befreiung" von den Kolonialmächten der richtige Weg? Gibt es Gewinner und Verlierer?

    Und es wird versucht, einen notwendigen Perspektivwechsel zu vollziehen, Vorurteile und gefasste Meinungen zu hinterfragen, hin zur Sicht Afrikas, um so überhaupt eine Basis für den Versuch einer Beurteilung bzw. Bewertung zu schaffen.

    Zur Person: 

    Prof. Dr. Volker Wilhelmi, StD, arbeitet im Bereich Geographiedidaktik am Geographischen Institut der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz sowie als Fachleiter für Erdkunde am Staatlichen Studienseminar für das Lehramt an Gymnasien in Bad Kreuznach. Er unterrichtet als Lehrer am Stefan-George-Gymnasium in Bingen. Mit Schülergruppen führt er Exkursionen nach Ruanda durch und hat Erfahrungen mit Schulpartnerschaften mit Ruanda.

  • Fachsitzung 2: Leben in den Slums von Nairobi – Alltagskulturen Jugendlicher als Thema im kompetenzorientierten Erdkundeunterricht

    Andreas Eberth, Leibniz Universität Hannover, IDN Didaktik der Geographie

    Abstract:

    Ausgehend von aktuellen Unterrichtsmaterialien wird dargestellt, inwiefern sich die Thematisierung Nairobis als fragmentierte Stadt im Geographie-Unterricht eignet. Neben der Vorstellung von Materialien und Methoden wird erörtert, wo Potenziale und Grenzen „klassischer“ geographischer Medien und Perspektiven liegen. Daran anknüpfend werden erste Ergebnisse eines aktuellen Forschungsprojekts zu Jugendkulturen in den Slums von Nairobi vorgestellt, welche einen anderen, vielleicht neuen Blick auf die Lebensbedingungen in den Slums der kenianischen Hauptstadt eröffnen.

  • Fachsitzung 3: Folgen des Klimawandels in Afrika und Maßnahmen der Entwicklungszusammenarbeit

    Dr. Christoph Stein, Rudolf Hintze, Wolfsburg 

  • Fachsitzung 4: Mineralische Rohstoffe in Afrika - Bedeutung und aktuelle Herausforderungen

    Dr. Gudrun Franken, Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)

    Abstract:

    Auch wenn afrikanische Länder, von wenigen Ausnahmen abgesehen, derzeit kaum eine Rolle für den globalen Markt mineralischer Rohstoffe spielen, so ist doch der Bergbau in vielen Ländern Afrikas ein wichtiger Faktor für die Wirtschaft des jeweiligen Landes und für die Einnahme von Devisen. Für 17 afrikanische Länder generiert der Bergbausektor mehr als 25% der Exporteinnahmen.

    Auf der anderen Seite ist der illegale Abbau und Handel ein Problem, das beispielsweise im Osten der Demokratischen Republik Kongo verbunden ist mit der Finanzierung von bewaffneten Konflikten und Menschenrechtsverletzungen. Insbesondere hieran zeigt sich, wie wichtig geordnete Rahmenbedingungen sind, damit die Potentiale des Rohstoffsektors zur Entwicklung nutzbar gemacht werden können.

    Zur Person:

    Seit 2009 leitet Gudrun Franken den Arbeitsbereich Bergbau und Nachhaltigkeit in der BGR. Zu den Aufgaben des Bereichs gehören die Beratung von Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit zu Fragen und Entwicklungen einer nachhaltigen Rohstoffwirtschaft. Nach dem Studium der Geoökologie und Promotion zu Fragen des Schadstofftransportes im Grundwasser hat sie mehrere Jahre im Bereich der Internationalen Kooperation mit Schwerpunkt der entwicklungspolischen Fragen im Bergbau- und Rohstoffbereich gearbeitet. Ein wichtiges aktuelles Themenfeld im Rahmen der Beratung von Partnerinstitutionen in Entwicklungsländern ist die Zertifizierung mineralischer Rohstoffe, insbesondere in der zentralafrikanischen Region der Großen Seen. 

    Die BGR:

    Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) ist die zentrale geowissenschaftliche Beratungseinrichtung der Bundesregierung und gehört zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi).

    Als geowissenschaftliches Kompetenzzentrum berät und informiert sie die Bundesregierung und die deutsche Wirtschaft in allen geowissenschaftlichen und rohstoffwirtschaftlichen Fragen. Ihre Arbeit dient einer ökonomisch und ökologisch vertretbaren Nutzung und Sicherung natürlicher Ressourcen und somit der Daseinvorsorge.

  • Fachsitzung 5: Globale Zusammenhänge verstehen: Landnutzungsänderungen erkennen mit Hilfe von Satellitenbildern

    Dipl.-Geograph Martin Fliegner, Dipl.-Biologe Holger Voigt, geoscopia/Germanwatch

    Abstract:

    Anhand von Live-Satellitenbildern erläutern die Naturwissenschaftler von Geoscopia sachkundig in interaktivem Vortragsstil, was mit unserem "Blauen Planeten", auf dem wir alle wie in einem Boot leben, geschieht. Alltäglich ist es nicht, aus der Weltraumperspektive auf die Erde „herabzublicken“. Menschliches Handeln zeigt Folgen und diese werden auf aktuellen Satellitenbildern sichtbar. Punktuell können via Satellit einzelne Regionen unserer Erde angesteuert und genau untersucht werden. Vergleicht man Momentaufnahmen von heute mit Archivbildern, werden die Veränderungen auf der Erdoberfläche sehr deutlich. Raumbeispiele des afrikanischen Kontinents können so unmittelbar im Seminarraum an der Leibniz Universität thematisiert werden.

    Zur Person:

    Wie so oft im Leben ist auch im Bereich Klima und Umwelt nicht die Ideologie, sondern das Erkennen von existentiellen und praktischen Zusammenhängen entscheidend. Dass dabei ein Perspektivenwechsel erhellend ist, zeigt das Team von Geoscopia aus Bochum.

    Im Frühjahr 2001 haben Dipl.-Geograph Martin Fliegner und Dipl.- Biologe Holger Voigt das Unternehmen Geoscopia gegründet und sind seitdem in der Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung tätig.

  • Fachsitzung 6: Kreativität, Mode und Design - Impulse aus Afrika für umweltbewusstes Handeln

    Dr. Yvonne von Roux, Leibniz Universität Hannover, IDN Didaktik der Geographie

  • Afrika ist jung! Bevölkerungsentwicklung in Afrika

    Ute Stallmeister, Stiftung Weltbevölkerung, Hannover