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„Wandel statt Wachstum“ – Die Sustainable Development Goals und Postwachstumsökonomien aus der Perspektive Jugendlicher im Kontext einer gesellschaftlichen Transformation

„Wandel statt Wachstum“ – Die Sustainable Development Goals und Postwachstumsökonomien aus der Perspektive Jugendlicher im Kontext einer gesellschaftlichen Transformation

Leitung:  Prof. Dr. Christiane Meyer
E-Mail:  heilen@idn.uni-hannover.de
Team:  Dr. Andreas Eberth, Lydia Heilen
Jahr:  2019
Förderung:  Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK)
Laufzeit:  2019-2022

Abstract

Im Rahmen dieses Forschungsprojekts werden die Perspektiven von Jugendlichen auf die Sustainable Development Goals und Postwachstumsökonomien mittels eines standardisierten online-Fragebogens sowie mittels Fokusgruppendiskussionen erhoben. Im Rahmen von Besuchen mit Jugendlichen bei sog. Pionier*innen des Wandels wird im Sinne forschenden Lernens möglichst partizipativ gearbeitet.

Projektbeschreibung

Das UNESCO-Weltaktionsprogramm „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung (BNE)“ weist u.a. eine gesellschaftliche Transformation als eine Dimension von BNE aus. Diese ist letztlich ebenfalls zentrales Anliegen der Agenda 2030 mit den sogenannten „5 Ps“ (People, Planet, Prosperity, Peace, Partnership), für die 17 Sustainable Development Goals (SDGs) als Orientierung dienen. Auch Lernende sollen in die Lage versetzt werden, sich selbst und die Gesellschaft, in der sie leben, zu verändern.

Im Rahmen des Vorhabens wird zunächst eine quantitative Erhebung durchgeführt mittels eines standardisierten online-Fragebogens. Diese Umfrage zum Thema Nachhaltigkeit bzw. nachhaltige Entwicklung ist an Jugendliche adressiert. Die Ergebnisse und Erkenntnisse bilden wichtige Grundlagen für die zwei anschließenden Teilprojekte, aus denen sich das Vorhaben im Kern zusammensetzt. Dabei werden Jugendlichen Wege des Wandels durch Change Agents bzw. Geschichten des Gelingens aufgezeigt, die illustrieren, dass jede/r Einzelne etwas bewirken kann. Hierfür eignen sich besonders Beispiele in der Region, die ein Anknüpfen an die Lebenswelt ermöglichen. Kritisch soll zudem im Hinblick auf eine Wende zur Nachhaltigkeit die Orientierung am vorherrschenden Wirtschaftswachstumsparadigma reflektiert werden, das auch im SDG 8 zum Ausdruck kommt.

Ziel dieses Projekts ist daher, die Perspektive der Jugendlichen im ersten Teilprojekt auf die SDGs der Agenda 2030 und die gesellschaftliche Transformation („Wandel...“) sowie im zweiten Teilprojekt auf Ansätze der Postwachstumsökonomien („...statt Wachstum“) zu ermitteln.

Die Vorstellungen und Reflexionen Jugendlicher darüber, welche SDGs aus ihrer Sicht besonders wichtig sind, was eine gesellschaftliche Transformation mit Orientierung an den SDGs bedeutet, wie die Gesellschaft transformiert bzw. in einen ökologisch stabilen und sozial gerechten Bereich am Beispiel der Metapher des „Donuts“ (nach Kate Raworth) gebracht werden kann und wie sie Ansätze der Postwachstumsökonomien als Weg zu einer Postwachstumsgesellschaft bewerten, sind dabei insbesondere von Forschungsinteresse. Reflexive Methoden werden hierfür in beiden Teilprojekten umgesetzt, um die Perspektive der Jugendlichen zu eruieren und zugleich für Selbstaufmerksamkeit zu sensibilisieren. Sie werden angeregt, über ihre Raumwahrnehmungen und -konstruktionen sowie ihre Orientierungen (Werte, Weltanschauung) zu reflektieren. Bedeutet Reflexion ein Hinterfragen von Gegebenem oder Gegenständlichem, bezieht Reflexivität zudem das kritische Hinterfragen des eigenen Denkens und Handelns mit ein. Reflexivität verlangt im geographischen Sinne gerade nach einer Verbindung zwischen dem Innen und Außen, also dem Selbst in Beziehung zum Raum. Dem Nachdenken über eigenes Handeln kommt ein besonderer Wert im Kontext von Bewusstseinsbildung und Handlungskompetenz zu, da Reflexion ohne Reflexivität unvollständig bleibt und wenig handlungswirksam ist. Zudem wird im zweiten Teilprojekt mit dem Fokus auf Postwachstumsökonomien Partizipative Forschung angewendet, um auf Basis der Vorstellungen der Jugendlichen eine Unterrichtseinheit zu konzipieren und zu erproben.

Das Vorhaben geht Desiderata in der geographiedidaktischen Forschung an und erprobt innovative methodische Ansätze. Es dient zugleich als Beitrag zu einer transformativen Bildung und insbesondere der Förderung von Global Citizenship Education.

Gefördert mit Forschungsmitteln des Landes Niedersachsen.

Studentische Hilfskräfte:

Niklas Ehrlich, Jessica Hille, Pascal Paul, Anna Überschär